Dressing up for Steirischer Herbst 10

15. 10. 2016 / 21:18 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2016

praeauer10

So viel ist passiert seither. Geburt, Leben, Krankheit, Tod. Wir wollen darauf hier nicht näher eingehen. Das sind keine Blogthemen. Das sind echt keine Blogthemen.
Und Tess kann nicht meckern: Abendessen beim Grazer Italiener mit Sir Peter Nell, vorher noch einen Blick geworfen auf die bunte Ankommenszone im Stadtpark und die kleine Ausstellung dort nebenan, der Galeriename ist ihr entfallen, dann ab in den »Club Panamur« im Orpheum. Sie hat nichts ausgelassen, deshalb hier, ausnahmsweise, mit Beweisfoto.
Und wie durch ein Wunder fügt sich alles und kommt zusammen, was zusammengehört, denn dort oben, im ersten Stock, gibt es doch tatsächlich einen Platz, an dem man sich schminken lassen kann. Dressing up for Steirischer Herbst, hab ich’s nicht immer gesagt?! Eine junge Künstlerin namens Hatschepsut, sie heißt wirklich Hatschepsut, malt ihr die Augen dunkel und glitzernd, klebt lange falsche Wimpern an, schminkt auf die Stirn ein drittes Auge, ein Comicauge, klebt einen dritten Wimpernkranz dazu, wunderbar. Jetzt heißt es, dazu zu stehen: Man trägt ein Comicauge samt Wimpernkranz auf der Stirn. Danke, Hatschepsut.
Man stellt sich ins Freie hinaus, bekommt eine Zigarette zugesteckt von einem jungen Mann, der sich nicht wundert über das Outfit. Nach längerem Gespräch outet auch er sich als gelernter Konditor. Sind alle Kunst- und Kulturmenschen gelernte Konditoren?
Oben spielen jetzt Kuenta i Tambu. Ziemlich gut. Nachhören auf YouTube bringt nichts, man muss sie live erlebt haben. Saugeil, sagt Gloria. Saugeile Show, sagt Jessica. Danke, Steirischer Herbst, sage ich, und bis zum nächsten Mal.

bobdylanguage

13. 10. 2016 / 14:57 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2016

Eigentlich war es ein Tweet von mir aus dem Jahr 2012, aber heute muss das Wort googlebar werden

 

BOBDYLANGUAGE

bobdylanguage_sw

 

Ich weiß nicht, wieviel ein Literaturnobelpreis bedeutet und wieviel dieser Preis Bob Dylan selbst bedeutet. Aber für die scheel angesehene Sparte Song-Lyrics ist es ein wichtiger Tag.

Denn nicht nur viele Menschen, die nicht an Pop-Musik interessiert sind, betrachten Lyrics mit Verachtung; auch viele Musiker haben Lyrics oft als zweit- und drittrangig abgetan. Selbst wenn sie das in vielen Fallen tatsächlich sind, ist die Generalisierung dieses Urteil falsch.

Für mich hat sich die Frage ohenhin nie gestellt: Dylan, Beatles, The Who, Zappa u.v.a. waren für mich immer auch Dichter. So soll es sein. So muss es sein.

Dressing up for Steirischer Herbst 9

12. 10. 2016 / 17:43 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2016

praeauer9

Im Kunsthaus zwischen Hundertschaften von Ausstellungsbesuchern verliert Liberty irgendwann ihre Bekannten, die ihr von der kunstbeflissenen Konditormeisterin erzählt haben und von Ai Wei Wei, dem sie einmal einen persönlichen Brief zukommen haben lassen, der aber darauf nie geantwortet hätte. Vielleicht hat Ai Wei Wei aber doch geantwortet? So ein Brief zwischen China und dem Salzburger Pongau, der kann doch leicht verloren gehen!
Einen Stock tiefer sieht Cynthia sich die Arbeiten zu »body luggage« an. Bleibt lange sitzen vor einer Videoarbeit von Gernot Wieland, in der sich ein paar als Tiere verkleidete Menschen zum Psychiater begeben. Cynthia kann andocken an die Arbeit, Cynthia wird abgeholt von dieser Arbeit, Cynthia kennt das Problem mit dem Tiersein. Dann fällt Cynthia ein, dass sie den Namen des Künstlers kennt, dass er der Gefährte von Carla ist, von der Carla, von der besonderen Carla aus Schweden, die sie vor zwölf Jahren bei einem sogenannten Künstlersymposion kennen gelernt hat. Ach, Carla!
Gloria spaziert weiter durch die Stadt. Griesgasse, Sporgasse, Hauptplatz. Kichererbsensalat beim neuschicken Bäcker dort. Valie Export sitzt im Schanigarten eines Kaffeehauses im Schatten und trägt keine »Aktionshose Genitalpanik«.
Später wird eine Ausstellung eröffnet, in der Gloria wieder eine Pongauerin trifft, die wieder Carla heißt. Sie kennen sich aus der Schulzeit. Carla hat ein Waschbecken aufgebaut, dessen Hahn sich nicht zudrehen lässt. So plätschert das Wasser dahin und macht alle nervös, die gelernt haben, dass der Hahn immer zugedreht werden muss. Fortsetzung folgt.

noch einmal

12. 10. 2016 / 00:04 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2016

noch einmal

 

 

noch einmal noch einmal

beginnt ein neuer tag

noch einmal noch einmal

putzen gegen zahnbelag

noch einmal noch einmal

schuhe hose hemd

noch einmal noch einmal

in der u-bahn eingeklemmt

 

noch einmal noch einmal

fehler am mittagstisch

noch einmal noch einmal

in der kantine nie fisch

noch einmal noch einmal

danach kaffee

noch einmal noch einmal

der ist ganz o.k.

 

noch einmal noch einmal

an ihrem büro vorbei

sie wird nicht da sein

heute hat sie frei

noch einmal noch einmal

den einkauf vergessen

noch einmal noch einmal

dann eben bestelltes essen

 

noch einmal noch einmal

ein 80er-krimi

das waren noch zeiten

mit tanner und schimi

noch einmal noch einmal

lege ich mich nieder

noch einmal noch einmal

und dann nie wieder