11 schönbrunngasse

19. 9. 2017 / 19:40 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2017

l. mag keine kurzen haltestellen und kein schlechtes wetter. hier links am teich hat sie sich schon einmal verliebt, ist in den hängemätten gelegen, schreiend nachts in einem durchsichtigen nachthemd über die wiese gelaufen. so sieht es aus bei l. da ist l. gerade, da hat jemand sie hineingeschrieben und langsam lieb gewonnen und hat aufgepasst, dass sie nicht aussteigt.

irgendwo anders steigt dieser jemand aus einem flugzeug. jemand freut sich auf l. oder auf l.s orte. schon auf diesem flughafengelände, in dem alles in sich funktioniert, und als sich jemand 24h später das bein bricht, wünschte sich jemand, sie könnte sich überschreiben, wie sie es gern mit l. tut –

 

jemand und l. werden sich deshalb nicht treffen. sie werden sich nie über ihre vorliebe für schokoladenjoghurt austauschen. während jemand mit dem kaputten bein an der endhaltestelle vom einser (eggenberg) in einem holzimitatzimmer liegt, schaut f. aus dem fenster, gleich hilmteich, und ahnt von alldem nichts.

 

Aus der Serie “Annäherungen an Graz” VI

19. 9. 2017 / 17:50 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2017

Dass die Mur murmelt, kann als ausgemachte Sache gelten. So ein Fluss kann schließlich nicht immer nur plätschern, glucksen und tosen. Also murmelt er dann und wann.

Und was das Murren der Mur anbelangt: Hierbei handelt es sich zweifelsohne um Zwergenmurren, das sich dem Gewässer eingeschrieben hat. Und warum murren sie, diese Zwerge? Na, weil man ihnen ihr Silber, Gold, Kupfer, Eisen, Blei und Kobalt stibitzt hat. Schätze, die in den Quellgebieten der Mur und ihrer Zuflüsse von alters her abgebaut wurden. Da ist ein Zwergenmurren ja wohl das mindeste, was man erwarten kann.

Aber wer denkt beim Wörtchen „Mur“ nicht zugleich an Mure oder Murgang? Also Schlammlawinen. Kann es sein, das die Mur, dieser Schlawinerfluss, in Wahrheit ein verkappter Erdrutsch ist? Und phonetisch ist es von „Schlammlawine“ dann auch nicht mehr fern zu „Schamplawine“ … Ach herrje: Winkt hier ein Zaunpfahl? Könnte dies eine mögliche Annäherung an Graz für mich werden – als SCHAMPLAWINE?

Aus der Serie “Annäherungen an Graz” V

17. 9. 2017 / 13:56 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2017

MurmelnMur

Aus der Serie “Annäherungen an Graz” IV

15. 9. 2017 / 03:32 Uhr
/ Kategorie Randnotizen 2017

Ich habs ja schon immer gesagt, dass Graz und sein Umland von phonetischen Riesen bewohnt ist. Und falls nicht, dann sag ich es hiermit: Wohin man schaut – phonetische Riesen, wow! GRAZ an und für sich macht einen als Wort ja schon kirre. Es hat so etwas knarzend Krabetziges. Gemischt mit leichter Grämlichkeit. Erst das angriffslustige „Grrrr“, dann der aufgerissene Rachen: „AAAAAA“ Und dann dieser Zischlaut am Ende: „zzzz.“ Köstlich! Einfach nur köstlich! So sollen Städte heißen! Nicht „Bochum“ oder so. GRAZ hat Kraft. Und zugleich – na, was wohl: GRAZIE! Eleganz gepaart mit Durchsetzungswillen. Und als Fremder weiß man dann auch sofort, wo der Hammer hängt. In einer Stadt wie Graz würde ich mich z. B. niemals trauen im öffentlichen Raum zu urinieren. Was in einer Stadt wie – na sagen wir mal – Bottrop ja schon quasi ein Muss ist …
Und jetzt auch noch das: Mur. Ja, Sie haben richtig gehört: MUR! Ich fass es nicht, ich fass es nicht. Wo nehmen die Grazer das nur immer her? Ihren Fluss MUR zu nennen. Also das haut mich wirklich um! Und es wirft Fragen auf. Murrt sie, die Mur? Oder handelt es sich dabei doch eher um eine Art Murmeln? Ein Murmeln, das so leise vonstatten geht, dass die zweite Silbe verschluckt und von der ersten, der MUR-Silbe, permanent überrollt wird? Man weiß es nicht. Man weiß es nicht. Man hört nur immerzu MUR-MUR-MUR-MUR-MUR, wenn sich die Mur an ihren Ufern grazt …